Tipps und Tricks: (Un-)Kraut für die Küche

Giersch, Löwenzahn oder Vogelmiere: Für meisten Gärtner sind diese Kräuter echte Nervensägen – weswegen wir vergangene Woche einige Tipps parat hatten, wie man sie loswerden kann. Sind Beete und Gehwege einmal von ihnen befreit, müssen die Kräuter aber nicht zwingend in den Grünabfall oder den Thermokomposter. Stattdessen sind sie echte Schätze für den eigenen Speiseplan.

So gehören Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, Sauerampfer oder Brennnesseln zu den rund 1.500 in Europa heimischen Wildkräutern, die Fachleute als essbar einstufen. Dabei sind sie echte Vitamin- und Mineralstoffbomben: Vogelmiere etwa enthält im Vergleich zu handelsüblichem Kopfsalat das Dreifache an Kalium und Magnesium sowie das Siebenfache an Eisen. Löwenzahn wiederum kommt auf das Siebenfache an Vitamin C und gar das Vierzigfache an Vitamin A.

Auch geschmacklich sind die oft so verdammten Plagegeister interessant: Giersch, ebenfalls sehr reich an Vitamin C, erinnert an eine erfrischende Mischung aus Petersilie und Möhre. Seine Knospen und junge Blätter lassen sich als Salat zubereiten, zudem eignet er sich als Spinatersatz. Auch mit jungem Löwenzahn, der chicorée-artig schmeckt, der mildwürzigen und erbsen- bis maisartigen Vogelmiere sowie Sauerampfer, Gänseblümchen und Beifuß lässt sich mancher Salat verfeinern, während getrocknete und gemahlene Brennessel-Blätter einen heilsamen Teeaufguss ergeben.

Letztlich sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt: Kräuteröle oder Gewürzsalze, Pestos oder Quarks, in Essig einlegte „Ersatz-Kapern“ oder Smoothies – es gibt unzählige Möglichkeiten. So mancher Sternekoch kredenzt gar Wachteleier auf Giersch-Spinat oder Löwenzahn-Tiramisu als Dessert. Spätestens hier wird deutlich: So manches Un- ist tatsächlich ein Gourmet-Kraut.

Hier ein paar Links zur Inspiration:

„10 Unkräuter, die man essen kann“ auf utopia.de

Löwenzahn-Rezepte auf chefkoch.de

Saisonale Wildkräuter-Rezepte vom Unkrautgourmet und dem Wildkrautgarten

 

 

 

Gartenpflege Folge 3: Unkraut bekämpfen

„Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig“, soll schon William Shakespeare bemerkt haben. Gerade in den vergangenen Wochen machten sich in so manchem Beet Gräser, Giersch oder Löwenzahn breit. Doch wie wird man die ungebetenen Gäste wieder los?

Chemische Hilfsmittel wie Glyphosat sind nicht zu empfehlen. Denn die sind nicht nur schlecht fürs Unkraut, sondern auch andere Pflanzen, Tiere und das Grundwasser.

Stattdessen muss die Gärtnerin oder der Gärtner wohl oder übel selbst ran. Gründliches Jäten hilft immer, muss aber regelmäßig erfolgen. Sei es, indem man es von Hand herauszupft. Oder indem man eine Hacke oder eine Schuffel zu Hilfe nimmt: Mit ihnen lassen sich die Wurzeln zertrennen, weswegen das herausgearbeitete Unkraut im Beet verbleiben kann – es vertrocknet anschließend. Bei tief und verzweigt wurzelnden Quälgeistern wie Giersch oder Quecke sollte jedoch so viel wie möglich aus der Erde, weil die Wurzelreste sonst neu austreiben.

Um zu verhindern, dass sich Unkräuter an unbepflanzten Stellen ansiedeln, kann man dort mulchen. Hierfür eignet sich Rindenmulch, aber auch Rasenschnitt. Alternativ lässt sich auch Unkrautvlies verwenden. In jedem Fall sollte vorher jedoch ein Langzeitdünger, etwa Hornspäne, aufgebracht werden. Immergrüne Bodendecker wie Storchschnabel, Efeu, Kleinblättriges Immergrün oder Gelbe Elfenblume helfen ebenfalls dabei, Unkraut in Schach zu halten.

Zugewucherte Gehwegfugen kann man mit Fugenkratzern wieder befreien, auch heißes Wasser funktioniert zumindest kurzfristig. Bei großflächigen Einsätzen empfiehlt sich eine thermische Bekämpfung, im Volksmund auch bekannt als „Abflammen“. Dies sollte aber nur von Profis mit entsprechendem Equipment durchgeführt werden.

Wer wenig Zeit für all diese Arbeiten hat, sollte wenigstens versuchen, die Blüten von Unkräutern zu entfernen, um ihre Vermehrung einzuschränken. Oder Sie melden sich einfach bei uns – wir helfen sehr gern!

Seo wordpress plugin by www.seowizard.org.